12. März 2012

Langfristvorsorge mit Aktien oder Fonds

Der Kapitalmarkt bietet unendlich viele Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge unabhängig von einem Versicherungsunternehmen. Ein Depot kann online eröffnet werden, bei den meisten Online-Brokern erfolgt die Kontoführung kostenlos. Auch die Hausbank richtet jederzeit kostenlos oder zu sehr geringen Gebühren ein Depot ein. Welche Möglichkeiten eröffnen sich dem privaten Anleger?

1. Fondssparen

Hier vertraut der Rentensparer seine Einlagen einem gemanagten Fonds an, der seinerseits auf bestimmte Assets (Anlageklassen) und Themen setzt. Es ist möglich, in Aktien-, Anleihen-, Rohstoff-, Devisen-, Immobilien-, Infrastruktur-, Schiffs-, Flugzeug-, Technologie- und viele weitere Fonds zu investieren, die wiederum oft auf bestimmte Regionen fokussieren. Fonds werden offen oder geschlossen aufgelegt, offene Fondsanteile sind börsentäglich handelbar. Geschlossene Fonds sammeln zwar eigentlich das Kapital der Anleger lediglich in der Zeichnungsphase, dann werden sie geschlossen. Inzwischen sind über Agenturen jedoch auch die Anteile geschlossener Fonds handelbar. Der Vorteil des Fondssparens liegt in der Erfahrung von Fondsmanagern, die streng auf eine bestimmte Performance achten. Wenn eine Fondsgesellschaft in der Vergangenheit sehr gute Ergebnisse erzielt hat, ist das wahrscheinlich auch künftig zu erwarten.

2. Die private Anlage an der Börse

Jeder Anleger kann ein Depot eröffnen und seine Anlagen selbst auswählen. Das können Aktien, Rohstoffe, Devisen, Anleihen und natürlich die darauf abgeleiteten Derivate sein. Hier sind die Möglichkeiten von Gewinnen und Verlusten sehr hoch. Mit Derivaten (CFDs, Knock-outs, Optionsscheinen) sind Tagesgewinne von 100 Prozent und mehr möglich, jedoch ebenso schnell ein Totalverlust. Zu dieser Anlageform ist nur erfahrenen Personen zu raten, die das entsprechende Trading mit virtuellem Geld trainiert haben. Tatsächlich erzielen Daytrader sehr selten dauerhafte Gewinne, man schätzt, dass 70 bis 95 Prozent aller damit befassten Personen auf Dauer mehr Geld verlieren als gewinnen. Die Angebote von Börsenservices wurden immer wieder untersucht und getestet, auch sogenannte Expert Advisors (Tradingroboter) für den automatisierten Handel. Es konnte in seriösen, über Jahre durchgeführten Tests nirgendwo eine überdurchschnittliche Performance beobachtet werden, hingegen wurden überwiegend Verluste gemeldet. Der Anleger, der hier in Versuchung gerät, möge bedenken, dass wirklich sichere Systeme bei entsprechender Kumulation des eingesetzten Kapitals zu Superperformances führen würden, die jegliche Vorstellungskraft sprengen müssten. Wenn dies möglich wäre, gäbe es ganz sicher keine verheerenden Finanzkrisen. Ebenso würden die Anbieter dieser Services nicht um Kunden werben, sondern ihre Roboter laufen lassen und im übrigen Golf, Fußball oder Klavier spielen. Wer dennoch die private Anlage auf eigene Faust probieren möchte, sollte - nach entsprechendem Training - einen Teil seines Geldes hierfür einsetzen, dessen Verlust zu verschmerzen wäre.

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