30. September 2008

Lebensversicherung verkaufen und letztmalig Steuern sparen

Viele Menschen wollen während der jahrzentelangen Vertragslaufzeit irgendwann Ihre Lebensversicherung verkaufen. Meistens ist ein kurzfristiger Liquiditätsbedarf der Auslöser für den Verkauf der Lebensversicherung. Der Erlös ist dabei bisher absolut steuerfrei. Dies ändert sich nun aber mit Einführung der Abgeltungssteuer. Die kapitalbildende Lebensversicherung ist grundsätzlich ein solider und beliebter Baustein der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Doch manchmal wird das angesparte Geld vorzeitig benötigt. Trotzdem sollte man alle Alternativen prüfen bevor man sich entschließt die Police zu kündigen.

Mehr als die Hälfte aller Verträge werden vorzeitig aufgelöst. Das jährliche Stornovolumen beträgt in Deutschland ca. 11-12 Milliarden Euro. Dabei ist eine Stornierung sicher der denkbar schlechteste Weg. Der Versicherer zahlt maximal den Rückkaufswert aus - und der Versicherungsnehmer ist negativ überrascht wie gering dieser Betrag im Vergleich zu den eingezahlten Prämien und dem aktuellen Wert der Lebensversicherung ist. Und von dem Rückkaufswert sind ggf. noch Steuern abzuziehen. Andere Möglichkeiten die sich anbieten sind beispielsweise die Versicherung beitragsfrei zu stellen, sie zu beleihen oder die Lebensversicherung zu verkaufen. Beim Verkauf kann der Versicherungsnehmer auf jeden Fall mehr als nur den Rückkaufswert erlösen. Gleichzeitig ist der Verkauf einer Police grundsätzlich steuerfrei - aber nur noch bis Ende 2008!

Aber auch im Bereich des sogenannten Zweitmarkt Lebensversicherungen schlägt die Abgeltungssteuer zu. Ab 01. Januar 2009 wird der beim Verkauf einer Lebensversicherung erwirtschaftete Ertrag pauschal besteuert. Die bisherige Steuerfreiheit fällt komplett weg! Sollte ein Versicherungsnehmer sich mit dem Gedanken tragen seine Police aus welchen Gründen auch immer zu verkaufen, so empfiehlt es sich also dieses noch vor dem 31.12.2008 in Betracht zu ziehen.

Die Möglichkeit seine Lebensversicherung zu verkaufen existiert in Deutschland erst seit wenigen Jahren. In anderen Ländern wie USA oder Großbritannien existiert im Gegensatz dazu schon seit vielen Jahrzehnten bzw sogar Jahrhunderten ein Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Während in England eine Hinweispflicht auf den Zweitmarkt gesetzlich verankert ist, wissen in Deutschland nach wie vor mehr als 75% der Bevölkerung nichts von dieser besseren Alternative zum Storno. Dabei liegen Vorteile klar auf der Hand. Der Verkäufer (Versicherungsnehmer) erhält mehr Erlös als bei einer vorzeitigen Stornierung. Der Versicherer reduziert durch die Fortführung des Vertrags seine Stornoquote und der Käufer erwirtschaftet mit der Police eine Rendite auf seine Anlage.

Will jemand seine Lebensversicherung verkaufen, so ist der Zweitmarkt für Lebensversicherungen definitiv eine lohnenswerte Alternative. Allerdings sollte man sich ausführlich über alle Varianten informieren und beim Verkauf die unterschiedlichen Konditionen der einzelnen Anbieter prüfen.

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