Von den Gezeiten profitieren
Ebbe und Flut sind ein Phänomen, das nicht nur Wattwanderern Freude macht. Die damit einhergehende Strömung des Wassers hat seit den 60er Jahren auch das Interesse der Stromproduzenten geweckt. Eine erste Anlage, die den Tidenhub nutzt, entstand 1966 an einer Flussmündung in der Bretagne. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Technik funktioniert, allerdings sehr wartungsaufwändig ist und nur an wenigen Stellen in gleicher Form gewinnbringend installiert werden kann. Moderne Gezeitenkraftwerke, wie sie derzeit in Wales geplant werden, sollen effektiver arbeiten und die Strömungen nutzen.
Die E.ON AG ist eines der Unternehmen, die sehr große Hoffnungen in die Energiegewinnung im Meer setzen. Das Unternehmen möchte vier Turbinen vor der Küste von Wales verankern und damit acht Megawatt Strom produzieren. Partner ist Lunar Energy. Bis 2010, spätestens 2011 soll das Gezeitenkraftwerk ans Netz gehen. Die Machbarkeitsstudie liegt vor. Es fehlt noch die Studie zur Umweltverträglichkeit.
Turbinen sind dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, die Strömung auszunutzen. Unterwasserwindräder, durchaus in Kombination mit herkömmlichen Windrädern, sind ebenfalls schon lange im Gespräch. Der Bereich der regenerativen Energie, ob zu Lande oder zu Wasser, ist sehr kapitalstark. Er gilt nicht umsonst als einer der Märkte der Zukunft. Und dass E.ON alleine auf diesem Sektor eine Milliarde Britische Pfund investieren will, spricht für sich. Aus der kleinen Nische im großen Feld der Geldanlage entwickelt sich langsam aber sicher eine feste Größe. [maß]