23. Oktober 2007

Windkraft auf hoher See


Die Windkraft hat in Deutschland einen wahren Sturmlauf hingelegt. Vor wenigen Jahren noch als Idee aus der grünen Mottenkiste belächelt, hat sich die Energiegewinnung aus Wind inzwischen zu einem wichtigen Wirtschafts- und Industriefaktor entwickelt, in dem die Bundesrepublik eine führende Rolle einnimmt. 28 Prozent der weltweiten Kapazität aus Windrädern gewonnenen Stroms kommt aus deutschen Landen. Dabei sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Windenergie auf hoher See ist einer der Bereiche, von denen man sich viel verspricht.

Kritik an den so genannten Offshore-Windparks, die vor allem in der Nähe der Inseln installiert werden sollen, ließ nicht lange auf sich warten. Die Fraktion der Umweltaktivisten, sonst immer an vorderster Front, wenn es um alternative Energien geht, sieht den Bau von Windkraftanlagen im Meer als Eingriff in das ökologische und sozioökonomische System, dessen Konsequenzen heute noch nicht absehbar seien. Für die Inselbewohner sind die Kabelanbindungen das größte Problem. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Ende 2005. Schon etwas eher hat sich das Bundesumweltministerium zu den Offshore-Parks geäußert und Zahlen genannt. Ziel ist eine Leistung von bis zu 3000 Megawatt, die bis 2010 auf hoher See produziert werden. Eines der ersten großen Musterprojekte liegt 100 Kilometer vor der deutschen Küste und heißt „Borkum-2“. Es soll im September 2009 in Betrieb gehen. Hier hat das Bundesumweltministerium ein 50-Millionen-Euro-Programm aufgelegt.

Anleger, die vom Boom der Windkraft profitieren wollen, haben derzeit allerdings noch keine wirkliche Möglichkeit, sich an Windenergieanlagen auf See zu beteiligen. Dafür können sie in die Firmen investieren, aus dem Bereich der Energieriesen oder der Unternehmen, die für die Technik verantwortlich zeichnen. Die besten Zeiten stehen der Branche noch bevor, heißt es von Seiten der Deutschen Bank. [maß]

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