Augen auf beim Tagesgeld
Das Interesse an Tagesgeld als Sparbuchersatz wächst stetig. Entsprechend steigt auch die Zahl der Angebote. Nahezu jede Onlinebank hat inzwischen zumindest ein Tagesgeldkonto im Programm. Doch wie überall im Leben ist nicht alles Gold, was glänzt. Lässt man sich von allzu tollen Tagesgeldzinsen blenden, sollte man sich nicht wundern, wenn nach einem halben Jahr beim Blick auf den Kontoauszug die Augen tränen.
So einfach Tagesgeld ist – Geld einzahlen, Zinsen kassieren und jederzeit umbuchen können – desto länger wird das Kleingedruckte mit den Bedingungen und Konditionen bei einigen Anbietern. Wer nicht genau liest, verschenkt über kurz oder lang eine möglicherweise höhere Rendite. Hier haben mehrere Faktoren ihre Finger im Spiel. Einerseits gibt es Angebote für Neukunden, bei denen die Zinsen anfangs sehr hoch sind, spätestens nach drei oder sechs Monaten aber wieder deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Andererseits gelten die Zinsen nur ab oder bis zu einer bestimmten Mindesteinlage. Liegt man mit seinem Kapital darunter respektive darüber, gilt ein anderer Zinssatz.
Soweit lassen sich die Voraussetzungen recht leicht überblicken. Komplizierter wird es, wenn die Tagesgeldzinsen an weitere Anlageformen wie ein Depot gekoppelt sind und nur dann gelten, wenn auf beiden Konten genug Geld vorhanden ist. Andere verlangen Gebühren, sollte die Mindesteinlage nicht erreicht werden, oder zahlen nur, wenn ein bestimmter Fußballverein gewinnt. Das sind Spielereien, die mit der Idee eines Tagesgeldkontos wenig zu tun haben. Kritisch wird es dann oder kann es werden, wenn die Einlagensicherung nur minimal ist. Ist sie auf 20.000 Euro begrenzt, sollte tunlichst nicht ein Cent mehr auf dem Konto deponiert werden. [maß]