Zertifikate - husch, husch ins Körbchen
Anleger vertrauen entweder ihrem Näschen oder ihrem Berater, haben bestimmte Präferenzen, was Firmen oder Branchen betrifft, und damit ganz unterschiedliche Strategien. Das macht jedes Depot einzigartig. Vielleicht nicht gerade zu einem Daumenabdruck, aber für Profis zu einem recht offenen Buch. Interessant ist es, zu beobachten, inwieweit sich Trends im Anlageverhalten widerspiegeln. Kocht die Klimadebatte wieder hoch, könnten Öko-Investments zunehmen. Boomt die Wirtschaft in Fernost, sind Papiere auf Basis asiatischer Märkte ansprechender. Das sind allesamt eher grobe Trends im Vergleich zum dem, was Basketzertifikate bieten. Sie aufzulegen, bedarf eines besonderen Gespürs.
Denn hierbei handelt es sich um Zertifikate, bei denen wie in einem Korb alles zusammengetragen wird, was mit einem Ereignis, einer Neuheit oder sich abzeichnenden Tendenzen zu tun hat. Ein Beispiel hierfür ist das i-Phone-Zertifikat. Das Mobiltelefon von Apple, wenngleich es weit mehr kann als nur Telefonate anzunehmen und Verbindungen herzustellen, hat schon lange vor der Markteinführung für rege Diskussionen gesorgt. Die Nachfrage war enorm. Das Basketzertifikat zum i-Phone umfasst insgesamt 17 Werte, angefangen bei Apple bis hin zu sämtlichen Zulieferfirmen, die vom Boom des Gerätes profitieren könnten. Eine andere Möglichkeit für ein Basketzertifikat sind Großereignisse wie die Olympischen Spiele. Für London 2012 gibt es bereits ein entsprechendes Zertifikat, in dem alle Wirtschaftszweige vertreten sind, die mit den Spielen Gewinn machen.
Wie viele Papiere in einem einzelnen Zertifikat vertreten sind, ist nicht vorgeschrieben – anders als bei Fonds. Es sind Ideen, auf die gesetzt wird. Sind alle Aktien im Körbchen vereint, heißt es, abzuwarten, ob die Anlagegesellschaft den richtigen Riecher hatte. Ein Risiko ist immer dabei, vor allem, weil die Streuung teilweise eher gering ist. Man muss schon von der Idee überzeugt sein. Wenn dann noch die Kosten stimmen, ist es eine Überlegung wert. [maß]