14. August 2007

Biogas beweist: Geld stinkt nicht


Manchem Städter mag es auf einem Bauernhof mächtig stinken. Noch dampfende Hinterlassenschaften von Rind, Schwein und anderem Getier sorgen für dicke Luft, sind aus ökologischer Sicht aber wertvolle „Rohstoffe“. Das haben viele Landwirte, die größere Betriebe bewirtschaften und einen entsprechend hohen Energiebedarf haben, sowohl für die Heizung, als auch beim Strom, längst erkannt. Sie lassen die Duftmarken nicht einfach in der freien Wildbahn verschwinden, sondern nutzen sie, um aus hochmodernen Biogasanlagen ausreichend Energie für den eigenen Hof und vielleicht noch das öffentliche Stromnetz zu liefern.

Biogas zu produzieren und zu verwerten ist ein aufwändiger Prozess, hinter dem viel Know-how und Technik steckt. Einfach nur Pflanzenreste und Dung in einen Bottich zu geben, das Gas aufzufangen und abzufackeln, reicht nicht. In den modernen Anlagen wird die Produktion ganz gezielt gesteuert, unter anderem die über Temperatur und den pH-Wert. Wichtige Helfer sind anaerobe Mikroorganismen, die sich dank ihrer Anpassungsfähigkeit mit fast allen organischen Substanzen zufrieden geben und dafür sorgen, dass sie verfaulen und Biogas abgeben. In Blockheizkraftwerken verbrannt, liefert die Biomasse neben Strom auch Wärmeenergie.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, kurz BMU, ging 2005 von rund 2.700 solcher Anlagen aus. Die elektrische Leistung betrug damals schon 664 MW, produziert wurden 2.500 GWh Strom. Das unterstreicht die Leistungsfähigkeit von Biogas, dem großes Potential zugeschrieben wird. Betrieben werden solche Anlagen allerdings nicht ausschließlich auf Bauernhöfen. Biogasanlagen sind auch in größerem Maßstab interessant, da sie staatlich gefördert werden. Sie werden teils von Entsorgungsbetrieben mit Biomüll versorgt und kommen auf eine thermische Leistung von beispielsweise 700 kW und 717 kW elektrischer Nennleistung. Zur Finanzierung werden Beteiligungen ausgegeben, deren Rendite auf derzeit etwas zwölf Prozent geschätzt wird. Allerdings liegt der Einstieg im Moment noch recht hoch bei 75.000 Euro beim Beispiel Ettinghausen. [maß]

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