27. März 2007

Schweinebauch & Co.: Warentermingeschäfte


Schon einmal mit Schweinebäuchen gehandelt? Oder – glaubt meiner einer Komödie mit Eddy Murphy – mit gefrorenem Orangensaft-Konzentrat? Nein? Einige Broker würden jetzt freudestrahlend die Vorteile jener Geschäfte erläutern, die mit Waren aller Art möglich sind. Die Gefahren, die Warentermingeschäfte mit sich bringen, müssten sie zwar auch erwähnen, doch die würden im Laufe des Gespräches eher untergehen.

Warentermingeschäfte, die in Deutschland etwa an der Warenterminbörse in Hannover abgewickelt werden, bieten zwar enorme Gewinnspannen, die deutlich über denen von Aktien liegen können. Doch jede Medaille hat zwei Seiten. So besteht immer auch das Risiko, alles oder zumindest den Großteil des Kapitals zu verlieren.

Doch worum geht es bei Warentermingeschäften? Vereinfacht ausgedrückt ist es wie bei Aktien die Spekulation auf Kursschwankungen, aus denen man seinen Gewinn erzielt. Getätigt werden Käufe in der Zukunft. Das heißt Transaktionen werden erst zu einem fest vereinbarten Termin ausgeführt. Ein Beispiel: In der Hoffnung, der Preis für Kaffee steigt, kauft man die Option auf 5.000 Säcke mit Kaffeebohnen zu einem Pfundpreis von je 1,75 Euro inklusive eines Risikozuschlages von fünf Cent. Geliefert wird aber erst in drei Monaten. Wird der Kaffee dann zu 2,00 Euro je Pfund auf dem Weltmarkt gehandelt, fährt man einen satten Gewinn ein. Liegt der aktuelle Preis darunter, sitzt man auf 5000 Sack überteuerten Kaffee.

Das Warentermingeschäft ist damit eher etwas für Spekulanten, denn für Kleinanleger. Darauf zu setzen, dass Unwetter die Ernte vernichten und somit der Preis steigt, oder aber die Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt deutlich höher liegt, ist ein Geschäft mit vielen Tücken - auch wenn gewiefte Händler gerne mit großen Namen werben, die ihr Geld allesamt mit Schweinbauch & Co. gemacht haben sollen. [maß]

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack-URL

Einen Kommentar hinterlassen