22. März 2007

Der Devisenmarkt ist rund um die Uhr geöffnet


Als es den Euro noch nicht gab, musste vor dem Urlaub auf Mallorca oder an der niederländischen Küste noch Geld gewechselt werden. Die nötigen Devisen holte man sich bei der Bank und zahlte den normalen Verkaufs-Tageskurs. Aus dem Urlaub zurück, noch ein paar Gulden oder Peseten im Portmonee, erhielt man den Ankaufskurs, der um ein paar Pfennige unter dem Verkaufskurs lag. Bereits bei diesen eher kleinen Beträgen handelte es sich im Prinzip um Devisengeschäfte. Rentabel ist der Handel mit ausländischen Währungen allerdings erst in ganz anderen Größenordnungen. Und seit der Einführung des Euro in den meisten europäischen Ländern, ist es wesentlich schwerer geworden, gute Renditen zu erwirtschaften.

Denn genau wie Gold, Rohöl oder Aktien stellen auch Devisen eine Investition dar. Einen Börsenplatz für den Foreign Exchange Market (Forex) wie der Devisenmarkt auch genannt wird, gibt es nicht. Dabei handelt es sich um den weltweit größten Finanzmarkt, auf dem täglich rund 1,9 Billionen Dollar umgesetzt werden. Die Interbankenbeziehungen, ein weltweit gespanntes Netz, dienen als Verkaufsplatz, auf dem Währungen gekauft und verkauft werden, immer im Rahmen eines Tausches – Währung gegen Währung. Wie bei allen anderen Geschäften dieser Art spielen Angebot und Nachfrage die entscheidende Rolle, wenn es um die Kurse geht.

Pausen gibt es in dem Geschäft, in dem neben Finanzinstituten, Brokern und Konzern immer häufiger auch private Spekulanten tätig werden, nicht. Es läuft rund um die Uhr. So kann jederzeit reagiert werden. Gehandelt wird immer in Paaren, sprich beispielsweise Euro gegen Yen. Der Kurs wird entsprechend als EURJPY angegeben. Die Werte werden bis zur vierten Stelle hinter dem Komma aufgeschlüsselt, teils bis zur sechsten. Das zeigt, wie hart der Markt umkämpft ist, zumal seit dem Euro eine Halbierung der Margen festzustellen ist. Wer sich auf diesem Markt bewegt, muss sich sehr gut auskennen und darf vor allem nicht zögerlich sein. Sekunden können sich bei Währungsschwankungen oft schon als Welten herausstellen. [maß]

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