6. März 2007

Online oder Hausbank – die Frage nach dem richtigen Girokonto


Ein Girokonto hat jeder, manche auch zwei, drei oder mehrere, solange man den Überblick nicht verliert. Der Schritt hin vom Sparbuch für Kinder hin zum Juniorkonto für Jugendliche wird von den Banken recht leicht gemacht. Schließlich ist es das ideale Instrument der Kundenbindung. Der Umgang mit EC-Karte und Kontoauszugsdrucker ist für die Teens heute so selbstverständlich wie der mit dem Handy oder dem Internet. Und genau hier lauert die Konkurrenz von Sparkassen und Banken vor Ort. Immer mehr Onlinebanken werben um neue Kunden und gewinnen zunehmend an Land. Doch welches Girokonto ist nun besser, das bei der Hausbank oder eines, das online geführt wird ?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Denn die Ansprüche, die an ein laufendes Konto, das spätestens mit Beginn der Ausbildung eröffnet wird, gestellt werden, könnten unterschiedlicher nicht sein. Ein einfaches Girokonto hat im Grunde genommen nur wenige Aufgaben zu erfüllen. Es muss Geld eingezahlt, überwiesen und in bar abgeholt werden können. Hinzu kommt, dass für sämtliche Buchungen Belege in Form der Kontoauszüge vorhanden sein sollten. Ganz praktisch ist auch ein Dispositionskredit, wenn es am Ende des Monats einmal knapp wird. Mehr verlangen viele auch gar nicht.

Diese Leistungen bringen alle Girokonten. Bei der Hausbank können die Geschäfte, von der Einzahlung bis zur Überweisung am Schalter getätigt werden. Ein Plausch mit der oder dem Bankangestellten ist Usus. Man fühlt sich wohl, weil man sich kennt. Das ist es, was vor allem ältere Kunden schätzen. Sie wollen den persönlichen Kontakt, eine Beratung unter vier Augen und nicht am Telefon oder über E-Mails. In diesen Punkten glänzt die Hausbank mit dieser Art des Service.

Jüngere Kunden und jene, die ohnehin vieles über das Internet erledigen, setzen andere Prioritäten. Sie wollen nicht immer zur Bank laufen müssen, sondern vieles ganz einfach von zu Hause aus erledigen. Auch hier sind viele Hausbanken Ansprechpartner. Sie bieten Konten, die online geführt werden. Über die entsprechenden Portale kann man sich einen Überblick verschaffen und Buchungen tätigen. Die Kontoauszüge gibt es entweder am Automaten, oder – je nach Bank – als Beleg zum Drucken im Internet.

Diese Leistungen bieten auch Onlinebanken, teils gibt es den Kontoauszug dann auch einmal im Monat per Post. Als Bonus werden die Konten bei einigen sogar kostenlos geführt, sofern monatlich ein bestimmter Betrag eingezahlt wird. Er liegt zwischen rund 750 und 1250 Euro. Damit bieten sich Onlinekonten beispielsweise als Gehaltskonto an, zumal so die Gebühren, die sich im Jahr durchaus summieren, gespart werden können. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich im Ungang mit dem Onlinebanking auskennt, was allerdings recht einfach ist. Der Service, bei Fragen und Problemen, läuft dann über das Telefon oder Kontaktformulare. Da es aber eher selten vorkommt, dass man Hilfe benötigt, reichen diese Kommunikationswege in der Regel vollkommen aus.

Ob nun ein Onlinekonto besser ist als eines von der Hausbank, kann man nicht sagen. Es ist unter Umständen günstiger und für jene, die nicht die Zeit haben, zur Bank zu fahren, auch bequemer. Man sollte allerdings genau schauen, wie der Service sowie die Konditionen aussehen und was alles mit dem Konto „geliefert“ wird. Denn Onlinebanken setzen vermehrt auf ganze Pakete aus Konto, Kreditkarte, Tagesgeld und Wertpapierdepot. Leistungen, die nicht jeder benötigt oder wünscht.

Wer nun welches Konto bevorzugt, lässt sich weder am Alter noch am sozialen Status festmachen. Einige setzen auf persönlichen Service, andere auf die unkomplizierte Abwicklung der Geldgeschäfte. Es ist und bleibt Geschmackssache. [maß]

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