22. Februar 2007

Marken, Münzen und Kunst als Geldanlage


Nichte jede Geldanlage erfolgt auf dem Finanzmarkt, läuft über Immobilien oder Schiffsbeteiligungen. Es müssen nicht Aktien, Fonds oder Obligationen sein, mit denen spekuliert wird. Geld lässt sich auch in Briefmarken, Münzen und Kunstobjekte investieren. Weniger riskant sind diese Investments nicht, denn der Markt ist genauso tückisch und unterliegt Schwankungen, die sich weniger leicht verfolgen lassen als die bei Aktien. 

Kann man sich beim Kauf von Fonds noch einigermaßen auf die Tipps und die Erfahrung von seinem Banker verlassen, gilt es im Bereich von Bereich von Briefmarken, Münzen und Kunst weit mehr, selbst zum Experten zu werden. Denn hier eignet sich längst nicht alles als Geldanlage. Wer das Briefmarkenalbum vom Opa erbt, ist zum Beispiel nicht zwangsläufig reich. Um zu erfahren, was die Marken wert sind, muss man sie einzeln taxieren (lassen). Wer bislang nie etwas mit der Philatelie zu tun hatte, wird sich dabei schwer tun. Denn selbst mit Hilfe von Katalogen, die man sich auf jeden Fall anschaffen sollte, lässt sich der Wert nicht genau festlegen. Gerade bei hoch bewerteten Marken besteht immer die Gefahr, eine Fälschung im Album zu haben oder eine Marke, die zu viele Macken hat, als dass sie den vollen Preis erzielt. Es gibt zu viele Kriterien, die man beachten muss. Der Weg zum Prüfer ist da unausweichlich, selbst für Experten, denn nur seine Expertise zählt – und kostet. 

Diese Probleme bestehen auch bei Münzen. Stempelglanz, polierte Platte oder zu starke Gebrauchsspuren sind nur einige Punkte, auf die man achten muss. Viele Münzen sind schlichtweg nicht mehr wert, als ihr Nennwert. Eine Fünf-Mark-Münze-Sondermünze bringt häufig nur den Euro-Gegenwert von fünf Mark, mehr nicht. Das liegt an der hohen Auflage, die auch bei Briefmarken zu Werten von teils unter zehn Cent führt. Schlichte Massenware ist kein Anlageobjekt, sondern Hobby. Spekulieren lässt sich hauptsächlich mit seltenen Stücken, Besonderheiten wie Fehldrucke oder -prägungen. Dafür benötigt man das Gespür. Das entwickelt sich nur langsam, verspricht damit kaum Rendite. Dafür braucht man viel Zeit und Geduld. Besondere Marken oder Münzen sind nur selten am Markt, dann muss man zuschlagen, aber auch genau wissen, wo das Limit liegt, sonst lässt man sich bei einer Auktion zu leicht mitreißen. 

Gibt es bei Münzen und Marken noch Kataloge, deren Angaben unter Sammlern einigermaßen anerkannt sind, fällt dieses Hilfsmittel im Bereich der Kunst komplett aus. Zwar gibt es Auktionskataloge und Ergebnislisten, doch die sind spätestens am Tag ihres Erscheinens schon fast wieder Geschichte. Sind Glasvasen aus einer kleinen Manufaktur oder Bilder eines Künstlers in einem Jahr absolut gefragt, können sie im nächsten zum Ladenhüter werden. Hier ist es die Nachfrage, die den Preis macht, abgesehen von großen Namen der Kunst, die an Aktualität nie verlieren. So bringt ein Künstler aus München in der Bayerischen Landeshauptstadt mehr als in Hamburg oder Berlin. Es ist also viel Spekulation und manchmal auch einfach nur Glück, wenn man sich in Bild verliebt, es für ein paar Euro auf dem Flohmarkt kauft oder bei einer Auktion ersteigert und sich später herausstellt, dass der Versicherungswert bei über 10.000 Euro liegt. Trotzdem gilt für die Kunst: Schön ist, was gefällt. [maß] 

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