15. Februar 2007

Für die Kleinen ist und bleibt das Sparbuch die beste Anlage


Das Sparbuch. Für clevere Anleger nicht viel mehr als ein kleines Heft, mit dem sie sich gar nicht erst abgeben. Es wird gerne darüber gelächelt, da es angesichts von Online-Banking und Alternativen mit besserem Zinssatz, irgendwie nicht mehr zeitgerecht ist. Wenn jene, die heute mit Aktien spekulieren, in Fonds investieren und sich an Immobilien oder Frachtschiffen beteiligen, aber einmal zurückdenken, werden sie feststellen, dass es das Sparbuch war, mit dem sie den Grundstein für ihr Vermögen gelegt haben – es sei denn, sie wurden mit goldenem Löffel geboren und mussten nie sparen. Und das trifft für die Mehrheit nun einmal nicht zu.

Das Sparbuch mag veraltet sein, aber es ist der richtige Einstieg in die Welt der Banken und der Geldgeschäfte. In Zeiten, da fast alles in punkto Geld virtuell ist, Beträge in Sekundenbruchteilen transferiert werden und häufig nur noch als Zahl auf dem Bildschirm auftauchen, ist ein Sparbuch etwas Handfestes. Gut, es gibt auch Kontoauszüge. Doch das Konto ist meistens nur der zweite Schritt nach dem Sparbuch. Für Kinder ist und bleibt es die beste Möglichkeit, Geld anzulegen. Denn hier sehen sie schwarz auf weiß, was sie haben. Und jedes Mal, wenn sie ihr Sparschwein leeren lassen, kommt eine Zeile hinzu. Cent für Cent, der im Bauch der Spardose landet, findet sich nachher im Sparbuch wieder. Das macht die Kleinen stolz, nicht nur am Weltspartag, an dem es als Belohnung Stifte oder Murmeln gibt.

Wer von Anfang an den richtigen Umgang mit Geld lernt, wird später mit wesentlich mehr Bedacht auf eine Geldanlage zurückgreifen. Das soll nun nicht heißen, dass jeder Euro, der von der Oma oder dem Patenonkel kommt, im Sparschwein und dann auf dem Sparbuch landen muss. Es geht vielmehr darum, Kindern deutlich zu machen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, als am Kiosk einen Lutscher oder ein Comic zu kaufen. Deshalb sollte Sparen Spaß machen. Und wer erinnert sich nicht daran, wie man mit vor Stolz geschwellter Brust die volle Spardose auf den Tresen stellte, das Sparbuch hervorzog, die Bankangestellt die Dose öffnete, ein Schwall von Kleingeld in den Automaten rieselte und man das Sparbuch zurückbekam? Und am Anfang des Jahres gibt es Zinsen. Warum genau, werden Kinder wohl noch nicht verstehen. Aber sie sind ein Anreiz. Und wie heißt es so schön: Auch Kleinvieh macht Mist. [maß]

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